Milch-Rückruf: Ursache im Münsterland gefunden

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Die Genossenschaft „Deutsche Milchkontor“ (DMK) ruft eine Charge fettarmer Milch zurück, die in einer Molkerei im münsterländischen Everswinkel produziert wurde. Sie sei möglicherweise mit einem durchfallerregenden Bakterium belastet.

Ursache für die Verunreinigung sei eine defekte Dichtung an der Produktionsanlage gewesen, meldete das Unternehmen. Die Produktion sei „unmittelbar nach Bekanntwerden unverzüglich gestoppt“ und die defekte Dichtung ausgetauscht worden. Mittlerweile laufe die Produktion wieder.

Produkte auch als Eigenmarken verkauft

Die betroffenen Ein-Liter-Packungen wurden beispielsweise als Eigenmarken von Aldi, Lidl, Edeka und Rewe verkauft und tragen das Kennzeichen „DE NW 508“. Das Haltbarkeitsdatum liegt zwischen dem 10. und dem 20. Oktober.

Wo genau wurde die Milch verkauft?

In welchen Verkaufsfilialen genau die betroffenen Milchpackungen im Regal liegen oder lagen, sei dem Unternehmen nicht bekannt. Verbrauchern sei geraten, direkt beim Einzelhändler nachzufragen, so das DMK in einer schriftlichen Erklärung.

Was kann passieren, wenn man die Milch trinkt?

Der Erreger Aeromonas hydrophila/caviae ist ein Darmbakterium, das offenbar eher selten vorkommt und bisher nicht vollständig erforscht sei, erklärt das Robert Koch Institut in Berlin.

Erfahrungen zeigen jedoch, dass Stunden bis Tage nach dem Genuss der Milch schwerer, auch blutiger Durchfall auftreten kann. Infizieren kann man sich nicht nur durch das Trinken der verseuchten Milch, sondern auch über den Kontakt mit offenen Wunden.

Welche Menge verseuchter Milch ausreicht, um diese Symptome auszulösen, hängt von Faktoren wie dem Alter oder der körperlichen Konstitution des Betroffenen ab. Meist trete das Bakterium in Folge von hygienischen Mängeln in der Lebensmittelherstellung auf.

Können auch andere Produkte aus dieser Molkerei betroffen sein?

Es könne „mit absoluter Sicherheit“ ausgeschlossen werden, dass auch andere Produkte betroffen sind, erklärte das Unternehmen. Die DMK Group verarbeitet nach eigenen Angaben mit rund 7.700 Mitarbeitern Milch an mehr als 20 Standorten, unter anderem in Deutschland und den Niederlanden.

Wie wurden die Keime entdeckt?

Die defekte Dichtung ist bei einer technischen Routinekontrolle entdeckt worden. Vorsorglich genommene Proben der Milch hätten dann „in einer dieser Proben“ eine Belastung mit dem Wasserkeim Aeromonas hydrophila/caviae ergeben, meldete das Unternehmen DMK. Das Laborergebnis habe am 10.10.2019 vorgelegen.

Die belieferten Handelsunternehmen hätten umgehend Weisung bekommen, die Ware vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen und einen öffentlichen Rückruf zu starten.